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TELEmeetWeltweite Telefonkonferenzen aus dem Festnetz zu günstigen Preisen.

Kostenlose Software für Videokonferenzen im Vergleich

Wer die großen Konferenzplattformen vie Jitsi oder Zoom meiden möchte, der kann auch kostenlose Software für Videokonferenzen installieren und nutzen.

Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Datensicherheit. Wer die Online Services von Jit.si&Co nutzt, der muss sich bewusst sein, dass sämtliche Daten über irgendwelche Server im Ausland laufen. Das ist sehr bedenklich, aber kaum jemand macht sich Gedanken darüber.

Wir zeigen welche Angebote es gibt und welche weiteren Vorteile darin liegen.

Vorteil von Videokonferenzen

Eine Videokonferenz stellt den heutigen Stand der Technik dar, was Kommunikation zu beruflichen und privaten Zwecken betrifft. Nach Telegrafie und einer Übertragung der Stimme kommt nun also auch das Bild dazu.

Sich auf eine Videokonferenz abstützen bedeutet eine Ersparnis an Zeit und Geld für Reisen. Viele Systeme sind kostenlos wie diejenigen, die wir hier vorstellen. Auf diese Weise wird erst das Homeoffice für die meisten wirtschaftlich Tätigen überhaupt möglich.

In Krisenzeiten wie der Covid-Pandemie 2020 werden Videokonferenzen stark im Bildungswesen eingesetzt. Nur mit der Übertragung der Stimme ist das kaum vorstellbar, zusammen mit einem Videosignal ist es nicht nur möglich, es wurden damit eindrucksvolle Resultate erzielt. Nicht umsonst haben sich kommerzielle Anbieter in dieser Zeit wirtschaftlich stark weiterentwickeln können.

Viele Nutzer bevorzugen aber eine Version freier Software, von der für diese Zwecke auch etliche zur Verfügung stehen.

Wie sieht der Vergleich von Video- mit Telefonkonferenzen aus?

Zu den unbestreitbaren Vorteilen einer Videokonferenz gehört der bessere Eindruck, den man von seinem Gesprächspartner bekommt. Mimik und die Haltung einer Person spielen gerade bei Verhandlungen eine wichtige Rolle. Dazu ermöglicht eine Videokonferenz ein Screen Sharing, also das Einbringen von Dokumenten oder sogar die gemeinsame Erstellung von Unterlagen. Für alles Grafische ist ein Videosignal ohnehin erforderlich.

Zu den Nachteilen im Vergleich zu Telefonkonferenzen gehört der etwas größere Aufwand. Auch wenn die Software kostenlos ist, wird es die Signalübertragung kaum sein. Für ein Videosignal ist eine höhere Übertragungsrate nötig, was auf ein schnelleres Internet hinausläuft. Ein wenig beachteter und möglicherweise nachteiliger Effekt ist der Umstand, dass man bei einem ungebührlichen Verhalten leicht erwischt werden kann, wenn man die eingeschaltete Kamera nicht beachtet. Das läuft auch auf die Aufhebung einer bestimmten Art von Diskretion hinaus. Sprechen kann man mit einer Gurkenmaske problemlos, gesehen werden möchte man damit üblicherweise nicht.

Jitsi

Dieses System geht mit seinen ersten Anfängen auf das Jahr 2003 zurück. Damals begann Jitsi mit dem Angebot von Internettelefonie und einem Instant Messenger.

Heute bietet das System neben Videokonferenzen auch VoIP für Sprachsignale, Instant Messaging und auch noch weitere Werkzeuge, die kostenlos über die Plattform github abrufbar sind. Dazu gehört beispielsweise ein Tool für das Speichern von Videoanrufen.

Für eine Videokonferenz kommt das Softwarepaket Jitsi Meet zum Einsatz. Es ist ohne Installation im Browser nutzbar, es stehen aber auch eine mobile App und Anwenderprogramme für alle gängigen Betriebssysteme zur Verfügung. Für die Nutzung von Jitsi Meet ist keine Anmeldung erforderlich.

Jitsi ist in der Programmiersprache Java implementiert. Die Entwickler haben auch Rücksicht auf Anwender mit geringer verfügbarer Bandbreite genommen und sichergestellt, dass das System in vollem Umfang das IPv6-Protokoll unterstützt.

Als freie Software ist Jitsi kostenlos und wird unter der Apache-Lizenz veröffentlicht. Das System ist bis zu einem hohen Grad ausgereift und stellt dem Nutzer eine Reihe von interessanten Funktionen zur Verfügung. Sowohl das Videosignal als auch der Ton können verschlüsselt werden. Es ist nicht nur möglich, den eigenen Bildschirm zu teilen, man kann auch die Steuerung an andere Teilnehmer übertragen. Ein weiteres Atout des Systems Jitsi ist die Funktion, mittels des Programms Etherpad ein Dokument durch mehrere Teilnehmer einer Videokonferenz erstellen zu lassen.

Wenn ein dafür notwendiges, aber auch von Jitsi zur Verfügung gestelltes Teilprojekt konfiguriert ist, lässt sich eine Videokonferenz live auf youtube streamen. Es besteht auch die Möglichkeit, von einem normalen Telefon in eine Videokonferenz hineinzurufen.

Jitsi bietet einen Passwortschutz für eine Videokonferenz. Teilnehmer können sich mit einem dafür vorgesehenen Signal zu Wort melden. Am Ende einer Konferenz liefert das System eine Statistik der Sprechzeiten der Teilnehmer.

Nicht überraschend hat Jitsi vor einigen Jahren einen Vergleichstest mit anderen technischen Lösungen für Videokonferenzen gewonnen.

Retroshare

Retroshare betont ganz besonders Aspekte der Datensicherheit, der Privatsphäre und der Anonymität. Retroshare steht für die gängigen Betriebssysteme zur Verfügung und auch für FreeBSD. Neben Videokonferenzen bietet das System einen e-mail Client, einen Instant Messenger, Chat und VoIP. Auf der Webseite des Projekts wird eine Videokonferenz als Prototyp bezeichnet. Auf Sicherheit konzentrierte Nutzer besitzen mit Retroshare aber eine Option, die wesentlich sicherer sein dürfte als die meisten Konkurrenzprodukte.

Die Software wird kostenlos unter der Gnu-GPL Lizenz angeboten.

Das Netzwerk ist dezentral organisiert, sodass der Datenaustausch ohne Server oder andere zentrale Einrichtungen abläuft.

Bei der ersten Verwendung wird ein OpenPGP-Schlüssel erzeugt, der dem gerade eröffneten Konto zugeordnet wird. Eine Verbindung zu einem anderen Knoten ist nur dann möglich, wenn dieser manuell hinzugefügt wurde und vorher ein Schlüsseltausch stattgefunden hat.

Das Netzwerk ist so aufgestellt, dass Daten durch Tunnel über mehrere Teilnehmer weitergeleitet werden können. Auf freigegebene Daten können auch indirekte Kontakte zugreifen. Der Ursprung und der Empfänger bleiben den übermittelnden Knoten verborgen. Auf diese Art ist auch eine anonyme Veröffentlichung von Daten möglich. Alle Daten werden mit OpenSSL verschlüsselt.

Retroshare sollte in Betracht gezogen werden, wenn Datensicherheit wichtig ist und in Videokonferenzen auch Daten in anderen Formaten ausgetauscht und diskutiert werden sollen. Dafür sind die Sicherheitsfunktionen von Retroshare ideal geeignet.

qTox

Auch qTox berücksichtigt besonders die Privatsphäre seiner Benutzer. Die Entwickler stellen fest, dass ihr Werkzeug auch als eine Möglichkeit gelten kann, sich gegen Überwachung zur Wehr zu setzen.

Angeboten werden zur Zeit neben Videokonferenzen auch Instant Messaging und VoIP zwischen qTox-Teilnehmern.

Für die Anwendung betonen die Entwickler, eine einfache Benutzung anzustreben. In dieser Hinsicht muss man noch gewisse Einschränkungen hinnehmen, denn das Projekt befindet sich erkennbar in einer dynamischen Entwicklungsphase. Der potentielle Nutzer braucht Interesse und vielleicht auch etwas technisches Verständnis, um das System in diesem Zustand zu nutzen.

Als freie Software ist das System kostenlos und verwendet auch keine Werbeeinschaltungen.

Das Netzwerk ist als P2P eingerichtet, was auch Folgen für die Menge der übertragenen Daten hat. Nachdem jeder Knoten als Benutzer im System eine Rolle spielen kann, wird ein Knoten für Übertragungen auch dann benutzt, wenn der Besitzer der Knotens mit der Übertragung nichts zu tun hat. Dieses Vorgehen entspricht der Philosophie des peer-to-peer Netzwerks.

BigBlueButton

Im Gegensatz zu beispielsweise Retroshare sind Videokonferenzen der Hauptzweck dieses Systems. BigBlueButton wird im Webbrowser verwendet und ist deshalb plattformunabhängig.

Die Teilnehmer an einer Videokonferenz können sich entweder als Moderatoren oder als Beobachter anmelden. Wie zu erwarten sind Moderatoren für die Organisation der Videokonferenz zuständig.

An Zusatzfunktionen bietet BigBlueButton Breakout-Räume, in denen Teilmengen der ganzen Gruppe kleinere Treffen durchführen können. Dort und auch im Plenum können von den Teilnehmern PDF-Dateien und Microsoft Office Dokumente präsentiert werden.

BigBlueButton wird oft für Anwendungen im Bildungsbereich eingesetzt. Dazu gehört Distance Learning sowohl an Schulen als auch an Universitäten. Für diese Zwecke wurde das System in zahlreiche Lernplattformen integriert.

Auf der Plattform golem.de findet sich ein kritischer Bericht über etliche Sicherheitslücken und die wenig initiative Behebung, auch wenn die Entwickler von Sicherheitsforschern ausdrücklich auf sie aufmerksam gemacht worden waren. Es ist natürlich richtig, dass solche Probleme sauber behoben werden sollten. Gerade bei Anwendungen im Bildungsbereich kann es aber sein, dass diese Sicherheitslücken ein weniger wichtiges Problem darstellen als etwa im geschäftlichen Bereich.

Pidgin

Bei diesem System handelt es sich eigentlich um einen Instant Messenger, der aber stark erweitert werden kann. So ist er auch für Videotelefonie und -konferenzen verwendbar.

Die Software wird unter der Lizenz GPL veröffentlicht und ist für die Betriebssysteme Windows, MacOS, Linux und Solaris verfügbar.

Der Kern von Pidgin ist in C programmiert und steht als Programmbibliothek zur Verfügung. Pidgin eignet sich daher gerade für technisch Versierte und Interessierte zum Experimentieren. Als Erweiterungen sind mehr als 200 Plug-ins verfügbar.

Fazit

Auch abseits der weit verbreiteten Online Services von Jit.si / Zoom oder Skype gibt es viele Interessante Projekte im Bereich der Videokonferenzen. Es lohnt sich auch hier mal etwas umzuschauen.

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